Paratronia, City of Madness

Einwohnerzahl: steigend...

September 3, 2014 9:13 am

Gedanken zur Ice Bucket Challenge….

Es ist ja total in Ordnung, für etwas zu Spenden, an das man glaubt und von dem man der Meinung ist, dass es Gut ist.

Aber genau da hapert es ja schon. Die meisten haben sich doch bestimmt nicht mit dem Thema befasst und machen da nur wegen des Hypes mit (schreibt man Hype so?). Und ein weiterer Teil der Leute, die sich das Eiswasser über den Kopf kippen, spenden nicht einmal, zeigen dann aber der ganzen Welt, wie toll sie doch sind, weil sie mal wieder jeden Scheiß mitmachen…

Viel besser noch sind die Experten, die dann sogar noch ihre Spendenquittungen aus dem Sparkassenautomaten ablichten und auf Facebook und Co. posten, damit auch wirklich jeder sieht, was sie doch für gute Menschen sind.
Demnächst werde ich also auch jeden Kassenbon von Netto hier posten, wenn ich mal wieder “Aufrunden bitte!” gesagt habe (ja, der Kassenbon ist in dem Fall wirklich eine Spendenquittung…).

In Wirklichkeit geht es also nicht um die Krankheit, für deren Erforschung man so fleißig spendet, sondern, wie so oft, um Selbstinszenierung und das zelebrieren der eigenen Güte.
"Oh wie toll bin ich doch, dass ich jetzt mal 10 € für irgendwas gespendet habe" oder "Jetzt hab ich aber mal ordentlich auf das Thema aufmerksam gemacht" wird so oder so ähnlich dann kommuniziert.

Es gibt jedoch auch Menschen, die das ganzen richtig angehen. Dass sind dann die, die nicht überall posten und herumerzählen, dass sie gespendet haben oder diejenigen der “nominierten”, die einfach spenden und sich dann das Wasser nicht über die Rübe kippen. In den Augen der Ich-tunke-meinen-Schädel-auch-in-Gülle-wenns-alle-machen-Gemeinde sind diese Menschen dann Versager oder drücken sich vor der “Challenge”, obwohl sie eigentlich alles richtig gemacht haben.

Nun ja, soviel erst einmal zu den Leuten, die da mitmachen. Ich finde aber auch das ganze Konzept eher fragwürdig.

Ein Beispiel:

Hier werden Hektoliter sauberes Trinkwasser verschwendet. Sollte man eigentlich nicht, oder? In Afrika verdursten Menschen, weil sie nichts zu trinken haben oder werden krank, weil sie aus dreckigen Fützen saufen müssen und hier kippen wir Wasser einfach weg? Irgendwie komisch, oder?

An statt das Wasser einfach wegzuschütten könnte man es einfach in der Leitung lassen und das Geld, was es gekostet hätte, einen 10 Liter Eimer zu füllen, für Projekte zur Wasserversorgung in Trockengebieten spenden.

Sowas macht dann aber niemand und da heißt es dann wieder: “Oh, da musste aufpassen, in Afrika kommt dann nix mehr von deinen Spenden an. Das geht erstmal in die eigene Tasche der Vorsitzenden dieser Vereine…”. Oder so ähnlich halt.

Blind spenden sollte man in der Tat nicht, das stimmt schon. Wenn ich vorher prüfe, ob auch ein Großteil des Geldes dahin geht, wo es hin soll, macht das Sinn.

Und genau da kommen wir wieder zur Ice Bucket Challenge:
Hat denn irgendjemand vorher mal geschaut, ob das Geld wirklich da ankommt, wo es hinsoll? Nee, hat natürlich keiner, weil alle schön konditioniert immer das machen, was alle tun.

Hier zum abschluss noch ein sehr interessanter Artikel zu dem Thema, vor allem der Teil mit den Gehältern des CEO und Co. lässt die ganze Sache dann in einem nicht mehr ganz so guten Licht dastehen

http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_70855220/ice-bucket-challenge-kalte-dusche-fuer-leichtglaeubige.html

Juli 14, 2014 1:49 pm
jjsparks13:

thehomonextdoor:

this is the cutest and i will never get over it no matter how many times i see it

🙈

jjsparks13:

thehomonextdoor:

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(Quelle: lizclimo, via whiskeyglitter)

9:04 am